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Ratgeber

Aufgaben im Haushalt nach Alter: Was ein Kind allein übernehmen kann

Eine Tabelle von 3 bis 16 Jahren – nicht „wobei man Mama helfen kann“, sondern welche Aufgaben ein Kind komplett tragen kann. Und wie du sie so übergibst, dass du nicht erinnern musst.

8 Min. LesezeitAktualisiert: Von , Entwickler von Nidalumi

Selber machen geht schneller als erklären. Bis ich erklärt habe, wo was liegt, hätte ich es dreimal erledigt. Und so ist es jedes Mal – deshalb ändert sich nichts.

Es dem Kind abzunehmen geht wirklich schneller. Heute. Ein paar Jahre später wohnt im Haus ein Teenager, der nicht weiß, dass der Müll nicht von allein rausgeht. Hier ist eine Tabelle, mit der du heute Abend anfangen kannst.

Tabelle: Alter und Aufgaben

AlterWas das Kind allein übernehmen kannWas es zusammen mit einem Erwachsenen macht
3–4 JahreSpielzeug in die Kiste räumen. Kleidung in den Wäschekorb legen. Den eigenen Teller zur Spüle tragenBlumen gießen, Löffel verteilen, Verschüttetes aufwischen
5–6 JahreDas Bett machen – so gut es eben geht. Den Tisch decken. Dem Haustier Futter geben. Socken zu Paaren sortierenEinkäufe ausräumen, Gemüse waschen, Staub wischen
7–9 JahreDen Ranzen am Abend packen. Den eigenen Schreibtisch in Ordnung halten. Den Müll rausbringen. Das eigene Geschirr spülen. Das eigene Zimmer saugenEin einfaches Frühstück, Wäsche aufhängen
10–12 JahreSich selbst Frühstück machen. Die Waschmaschine anstellen und die Wäsche aufhängen. Nach Liste einkaufen gehen. Den Boden wischen. Das Haustier komplett versorgenAbendessen für alle, Bügeln
13–14 JahreEinen Bereich der Wohnung komplett: das Bad oder die Küche nach dem Abendessen. Die eigene Wäsche vom Korb bis in den Schrank. Ein einfaches Abendessen für die FamilieDie Einkaufsliste für die Woche, auf das jüngere Geschwisterkind aufpassen
15–16 JahreAbendessen für die Familie am eigenen Tag. Einkaufen nach Liste mit festem Betrag. Sich selbst anmelden: im Verein, beim Friseur. Eigene Fristen und Unterlagen für die SchuleGemeinsame Aufgaben wie die Erwachsenen, reihum

Das ist eine Orientierung und keine Norm. Kinder im selben Alter sind sehr verschieden: Das eine spült mit sechs sorgfältig eine Tasse, das andere mit neun noch nicht. Alles, wo Herd, Messer, Putzmittel oder der Weg aus dem Haus ohne Erwachsene im Spiel sind, entscheidest du – nach deinem Kind und eurem Zuhause.

Was „allein übernehmen“ heißt

Nicht „hat es gemacht, als man es gebeten hat“. Jede Aufgabe hat drei Teile: merken, dass es Zeit ist, entscheiden, wann, und es tun. Wenn das Kind nur tut und du merkst und erinnerst, ist die Aufgabe immer noch deine – nur mit fremden Händen.

Deshalb stehen in der linken Spalte wenige Aufgaben. Eine Aufgabe, die das Kind komplett trägt, bringt mehr als fünf, um die man bitten muss.

Wie man eine neue Aufgabe einführt

  1. Eine auf einmal. Nicht „ab Montag räumst du dein Zimmer auf, spülst ab und gehst mit dem Hund raus“. Eine Aufgabe – und zwei Wochen lang nichts dazu.
  2. Vier Schritte. Erst machst du es, das Kind schaut zu. Dann macht ihr es zusammen. Dann macht es das Kind, du bist daneben. Dann macht es das allein. Wer einen Schritt überspringt, bekommt „Ich wusste nicht, wie“.
  3. Einigt euch, was „erledigt“ heißt. „Räum dein Zimmer auf“ sagt einem Kind nichts. „Spielzeug in der Kiste, Kleidung im Schrank, Boden frei“ schon. Je jünger das Kind, desto kürzer und anschaulicher.
  4. Häng sie an eine Uhrzeit oder ein Ereignis. „Nach dem Abendessen“, „vor der Kindersendung“, „Samstagmorgen“. Eine Aufgabe ohne Platz im Tag wird zu „später“.
  5. Es erinnert nicht deine Stimme. Ein Zettel an der Tür, ein Bild über dem Bett, ein Wecker, eine Benachrichtigung aufs Handy. Erinnert Mama, streitet das Kind mit Mama. Erinnert die Liste, ist keiner da, mit dem man streiten könnte.
  6. Ein Haken, den man sieht. Ein Häkchen, ein Magnet, der Button „Erledigt“. Für das Kind zählt, zu sehen, was es geschafft hat – und du musst nicht nachfragen.

Was man besser lässt

Hinter dem Kind nacharbeiten

Das Bett ist schief gemacht, auf dem Boden liegen nach seinem Saugen noch Krümel. Arbeitest du schweigend nach, lernt das Kind etwas Einfaches: „Es macht ja doch jemand für mich, und besser.“ Muss etwas korrigiert werden, zeig beim nächsten Mal einen Handgriff, vor der Aufgabe und nicht danach. Ein schief gemachtes Bett ist immer noch ein gemachtes Bett.

Für alles und jedes bezahlen

Gibt es für jede Handbewegung Geld oder Belohnungen, fragt das Kind bald „Und was kriege ich dafür?“ – beim eigenen Teller. Praktisch ist es, die Aufgaben in zwei Listen zu teilen:

  • Für sich selbst – Ranzen, Bett, eigenes Geschirr, eigenes Zimmer. Das gehört einfach zum Leben im Haus, dafür gibt es kein Geld.
  • Für die Familie und über das Übliche hinaus – Fenster putzen, den Balkon ausmisten, Abendessen für alle kochen. Hier passen Punkte, Belohnungen oder Taschengeld.

Wo die Grenze liegt, entscheidet ihr. Hauptsache, es gibt genau eine und das Kind kennt sie.

Mit Hausarbeit bestrafen

„Eine Fünf geschrieben – dann wischst du jetzt die Böden.“ Danach ist Bödenwischen eine Strafe, und freiwillig fasst das keiner mehr an.

Es „Mama helfen“ nennen

Das Wort „hilf mir“ verrät, wessen Arbeit es eigentlich ist. „Das ist deine Aufgabe“ klingt härter, ist aber ehrlicher: Das Kind ist kein Helfer, sondern einer von denen, die hier wohnen.

Aufgaben nach Laune verteilen

Heute „bring den Müll raus“, morgen denkt keiner dran, übermorgen gibt es Krach. Eine Aufgabe muss aufgeschrieben sein und ihren festen Platz in der Woche haben, sonst ist sie keine Pflicht, sondern eine Lotterie.

Wenn das Kind schon älter ist und bisher keine Aufgaben hatte

Anfangen geht immer, aber lies die Tabelle dann nicht nach Alter, sondern von oben: erst eine Aufgabe „für sich selbst“, zwei Wochen später die zweite. Mit einem Teenager läuft das Gespräch anders – nicht verteilen, sondern aushandeln; dazu gibt es eine eigene Seite: Teenager und Hausarbeit.

Wie das ohne lautes Erinnern hält

In Nidalumi hat das Kind seine eigenen Aufgaben: Die Erinnerung geht an das Kind und nicht an dich zum Weitersagen. Es tippt auf „Erledigt“, und die Aufgabe landet beim Elternteil unter „Wartet auf deine Prüfung“ – anschauen und bestätigen. Für ein kleines Kind ohne Handy hakt ein Elternteil ab.

Belohnungen: Punkte für erledigte Aufgaben und die Belohnung, auf die ihr euch geeinigt habt
Belohnungen: Punkte für erledigte Aufgaben und die Belohnung, auf die ihr euch geeinigt habt

Für Aufgaben lassen sich Punkte vergeben, und Punkte lassen sich gegen Belohnungen oder Taschengeld eintauschen – den Kurs legt ein Elternteil fest. Es gibt auch ein Sparziel. Wie das aufgebaut ist, steht auf der Seite über Punkte und Belohnungen. Abends kommt der Abendrückblick: was erledigt ist und was nicht.

Fragen und Antworten

Ab welchem Alter sollten Kinder Aufgaben im Haushalt bekommen?

Einfache Aufgaben „für sich selbst“ – Spielzeug wegräumen, den Teller wegtragen – klappen schon mit drei, vier Jahren. Es kommt nicht auf die Menge an, sondern darauf, dass die Aufgabe dem Kind gehört und sich jeden Tag wiederholt.

Was tun, wenn das Kind sich weigert?

Prüf drei Dinge: Versteht es, was „erledigt“ heißt, hat die Aufgabe ihre feste Zeit im Tag, und wer erinnert? Oft gilt die Weigerung deiner Stimme und nicht der Aufgabe. Lass es zwischen zwei Aufgaben wählen, und nimm dich selbst aus der Rolle der Erinnerung.

Sollte man Kinder für Hausarbeit bezahlen?

Für Aufgaben „für sich selbst“ in der Regel nicht, sonst wird um jede Tasse gefeilscht. Für Aufgaben für die ganze Familie und über das Übliche hinaus geht das, wenn es zu euch passt. Es gilt eine Regel: Die Grenze ist dem Kind vorher klar.

Das ältere Kind macht mehr als das jüngere – ist das gerecht?

Ja, wenn mit den Aufgaben auch die Rechte wachsen: später ins Bett, mehr selbst entscheiden. Sag das laut. Und auch das jüngere braucht eine eigene Aufgabe, und sei sie klein – sonst hörst du „Warum immer nur ich?“ jeden Tag.

Das Kind macht es schlecht. Korrigieren?

Nicht sofort und nicht schweigend. Ist die Aufgabe so gemacht, wie ihr „erledigt“ vereinbart habt, gilt sie. Wenn nicht, zeig, was fehlt, und lass es das Kind selbst zu Ende bringen. Nacharbeiten solltest du nicht.

So ist dieser Ratgeber entstanden: geschrieben von , der Nidalumi entwickelt. Wir aktualisieren ihn, wenn sich Empfehlungen ändern.

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