Wo ist mein Kind: Standort auf Anfrage, ohne Überwachung
Du fragst „Wo bist du?“ – dein Kind tippt selbst auf „Standort senden“. Ein Punkt, nur für die Eltern, nach 24 Stunden ist er weg.
Er antwortet eine halbe Stunde nicht, und ich habe mir schon alles ausgemalt. Dabei saß er einfach im Bus, und das Handy lag im Rucksack.
Bei der Frage „Wo ist mein Kind?“ geht es fast nie um die Karte. Es geht um die Minuten, in denen die Nachricht ungelesen bleibt, niemand abnimmt und im Kopf schon das Schlimmste abläuft. Gebraucht wird kein Punkt, der den ganzen Tag über den Bildschirm wandert, sondern eine schnelle Antwort in einem bestimmten Moment.
So funktioniert es
- Ein Elternteil tippt beim Kind oder Teenager auf „Wo bist du?“.
- Beim Kind kommt die Anfrage an. Es tippt selbst auf „Standort senden“.
- Die Eltern sehen einen Punkt – wo es gerade ist.
- Nach 24 Stunden wird der Punkt gelöscht.

Es funktioniert dort, wo auch alles andere in Nidalumi läuft: auf der Website, in der App auf dem Handy und im Bot in Telegram.
Was es hier gibt und was nicht
| In Nidalumi | |
|---|---|
| Standort auf Anfrage der Eltern | ja |
| Wer den Standort sendet | das Kind selbst, per Knopf |
| Wer den Punkt sieht | nur die Eltern |
| Wie lange gespeichert wird | ein Punkt, 24 Stunden |
| Dauerhafter Punkt auf der Karte | nein |
| Bewegungsverlauf | nein |
| Standort ohne Wissen des Kindes | nein |
| SOS-Knopf | ja |
Das ist Absicht. Ein Standort, den das Kind selbst gesendet hat, ist eine Antwort auf eine Frage und keine Aufsicht. Darauf einigt man sich leichter, besonders mit Teenagern: Sie müssen nichts verbergen und nichts umgehen.
Wie ihr euch einigt: Regeln zum Übernehmen
Der Knopf funktioniert nur, wenn ihr vorher darüber gesprochen habt. Fünf Minuten und drei Punkte reichen.
Wann ein Elternteil fragt:
- auf einen Anruf oder eine Nachricht kam keine Antwort;
- das Kind bleibt länger weg als abgemacht;
- ein neuer Weg: zum ersten Mal allein unterwegs, eine andere Strecke, ein fremdes Viertel.
Was die Eltern versprechen:
- nicht jede halbe Stunde „nur zur Sicherheit“ zu fragen;
- den Standort nicht als Argument im Streit zu benutzen („Ich weiß doch, wo du wirklich bist“).
Was das Kind verspricht:
- auf „Standort senden“ zu tippen, sobald es die Anfrage sieht;
- bei geänderten Plänen von sich aus zu schreiben, ohne auf die Frage zu warten.
Sätze statt Verhör
| Statt | Probier |
|---|---|
| „Ich muss jede Minute wissen, wo du bist“ | „Ich bin ruhiger, wenn ich weiß, dass du angekommen bist. Ich frage nur, wenn du nicht antwortest“ |
| „Warum gehst du nicht ans Handy?!“ | „Wenn du nicht reden kannst, tipp einfach auf ‚Standort senden‘ – das reicht“ |
| „Ich werde dich im Auge behalten“ | „Ich sehe nicht, wo du bist, solange du es nicht selbst sendest. Und nach 24 Stunden wird es gelöscht“ |
| „Wo treibst du dich herum?“ | „Ich mache mir Sorgen, wenn du später kommst. Lass uns ausmachen, wie du Bescheid gibst“ |
Damit du seltener fragen musst
Der größte Teil der Unruhe ist nicht „Wo ist es?“, sondern „Wo müsste es sein?“. Stehen Unterricht, AGs und Training im Wochenplan des Kindes, gibt es die Antwort oft auch ohne Anfrage: Dienstag, 17:00 – also Schwimmen.
Die andere Hälfte sind Erinnerungen. Bekommt das Kind selbst die Erinnerung „um 16:30 zum Training losgehen“, wird die Frage „Bist du schon los?“ seltener.
Und es gibt den SOS-Knopf – damit das Kind von sich aus Bescheid geben kann, dass es Hilfe braucht.
Fragen und Antworten
Kann ich dauerhaft sehen, wo mein Kind ist?
Nein. Der Standort kommt nur auf Anfrage eines Elternteils und nur, wenn das Kind selbst auf „Standort senden“ getippt hat. Eine dauerhafte Ortung gibt es nicht.
Erfährt mein Kind, dass ich frage?
Ja, immer. Ohne sein Tippen wird kein Standort gesendet, eine Überwachung ohne Wissen des Kindes gibt es nicht.
Wer sieht den Standort noch?
Nur die Eltern. Den übrigen Familienmitgliedern wird der Punkt nicht angezeigt.
Wie lange wird der Standort gespeichert?
Gespeichert wird ein Punkt. Nach 24 Stunden wird er gelöscht.
Was passiert, wenn das Kind nicht auf die Anfrage reagiert?
Dann kommt kein Standort. Deshalb solltet ihr vorher ausmachen, was in diesem Fall gilt: zum Beispiel in zehn Minuten noch einmal anrufen.